Von der Schulenburg Park

Märchenbrunnen

Märchenbrunnen, R.Linzke

Der Von der Schulenburg Park am südlichen Teil der Sonnenallee wurde bereits 1913 als Grünfläche ausgewiesen. Er verdankt seine Existenz dem sumpfigen und tiefer liegenden Gelände, das für eine Bebauung ungeignet war und daher vermutlich schon nach dem ersten Weltkrieg als zentrale Grünanlage genutzt wurde. Der Park ist nach Rudolf Wilhelm Graf von der Schulenburg (Oberpräsident der Provinz Brandenburg von 1914 bis 1917) benannt. Ab dem Jahre 1923 erfolgte die Gestaltung nach Plänen des Gartenbaudirektors Ottokar Wagler, der der Anlage sein heutiges Gesicht und seine beeindruckend klare Struktur gab. Das Spiegelbecken, ein langes, rechteckiges Wasserbecken befindet sich im Zentrum des Parks. Wunderschöne Platanenalleen an den beiden Längsseiten und ein Jugendstielbrunnen (Märchenbrunnen) am südlichen Ende, runden das Gesamtbild ab.
Dieser Brunnen hatte eine lange und wechselvolle Geschichte. Er wurde schon 1915 von dem in Neukölln geborenen Bildhauer Ernst Moritz Geyger im Auftrag Neuköllns entworfen und als Gipsmodell fertig gestellt. Mit der Arbeit an der Muschelkalk-Fassung wurde vermutlich ab 1918 begonnen. Die Stadt Neukölln wollte damit ihren berühmten Künstler ehren und der Brunnen sollte auf dem Rathausplatz aufgestellt werden. Auf Grund politischer Machtspiele wurde der Brunnen erst 15 Jahre nach seiner Fertigstellung, 1934, im Schulenburgpark aufgestellt. Zur Einweihung erschienen zahlreiche Schulkinder in Märchenkostümen und somit bekam der Brunnen im Volksmund den Namen »Märchenbrunnen« Während des Krieges sind die Bronzefiguren, die Putten in den Säulenschäften sowie der Hirsch, das Reh und das Kitz, eingeschmolzen worden. Nach dem Krieg erfolgte Anfang der 50er Jahre eine Umgestaltung durch den Gartenbaudirektor Ernst (oder Anton?) Lohrer. In den 60er Jahren verwahrloste der Park und der Brunnen wurde durch Vandalismus beschädigt. Erst 1970 konnte der Brunnen wieder restauriert werden.

Von der Schulenburg Park

Von der Schulenburg Park, R.Linzke

Die ursprüngliche Gestaltung des Wasserbildes ist bei der Wiederherstellung nicht berücksichtigt worden. Die Putten in den Säulen wurden weggelassen und die Bronzefiguren, Hirsch, Reh und Kitz, durch Kalksteinplastiken von Katharina Szelinsky-Singer, die auch das Denkmal für die Trümmerfrauen in der Hasenheide schuf, ersetzt. Hierbei griff sie auf die Tradition des Namens Märchenbrunnen zurück und nannte die Plastiken »Brüderchen und Schwesterchen« und »Aschenputtel«. Doch schon 1979 wurde die gesamte Anlage wegen fortschreitenden Vandalismus wieder stillgelegt. Erst in den Jahren 2000 und 2001 wurde die Brunnenanlage im Rahmen des »Brunnen-Sanierungsprogrammes-2000« umfangreich saniert. Die Gesamtkosten hierfür betrugen 1,47 Mio. DM. In dieser Summe wurden neben der bautechnischen und künstlerischen Wiederherstellung auch die Instandsetzung aller wassertechnischen Anlagen, mit der gesamten Brunnen- und Umlauftechnik, einschließlich der notwendigen Sanierungsmaßnahmen für das Spiegelbecken, sowie die Neugestaltung der fehlenden Bronzeelemente berücksichtigt. Es wurde eine gemäßigt-historische Variante bei der Sanierung gewählt. Die Plastiken von Frau Szelinsky-Singer blieben und darüberhinaus wurde die Brunnenplastik mit wechselndem Licht von innen beleuchtet. Die Bronzeputten wurden von der Künstlerin Anna Bogouchevskaja neu gestaltet. Mit der Planung der Sanierung wurde das Architekturbüro Abelmann Vielain Pock (Flash-Alarm!) beauftragt.
Seit September 2001 erstrahlen Park und Brunnen wieder im alten Glanz und die alten Platanen spiegeln sich im Wasserbecken.

Verkehrsanbindubg: S-Bahnhof Köllnische Heide.